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Wie schnell die Zeit seit meinem letzten Beitrag schon wieder vergangen ist! Ich hoffe ihr hattet alle einen guten Rutsch ins neue Jahr. Nun sitze ich in einem Van, halte verzweifelt mein Laptop fest und überlege schnell noch ein paar Zeilen für meinen Blog.

Anfang des Monates stand das obligatorische Zwischenseminar in Cebu an. Von Tacloban ging es mit einem Van nach Ormoc, eine Hafenstadt im Westen von Lyte. Hier verabredete ich mich und ein paar Volontäre aus Borongan zwei Tage vorher abends mit der ansässigen Entwicklungshelferin, welche die lokalen Mitarbeiter beim Aufbau einer modernen Mülldeponie unterstützt. Wir verbrachten mit ihr und ihrem Mann den Abend und schliefen anschließend bei ihnen zu Hause. Zum ersten Mal seit August 2010 durfte ich ich eine warme Dusche und am nächsten Morgen einen richtigen Kaffee genießen, was ein großartiges Gefühl war. Gerade an diesem Punkt ist es mir einmal wieder verstärkt ins Bewusstsein getreten, wie gut ich es in Deutschland habe. Nichtsdestotrotz ging es am nächsten Morgen mit der etwa einstündig dauernden Fähre nach Cebu.



Den Rest des Tages hielten wir uns in einer der riesigen Malls auf. Nach langer Zeit konnte hier zum Beispiel mal wieder eine richtige Laugenbrezel genießen, die himmlisch gut geschmeckt hat. Einen recht interessanten Schlafplatz fanden wir mit dem Hotel Sugbutel.Im Stile einer Jugendherberge bietet das moderne Hotel an, mit zig anderen Menschen ein einem offenen Stockwerk zu schlafen. Das war eine interessante und kostengünstige Erfahrung, die ich aber nicht noch einmal wiederholen möchte. Bevor es dann am nächsten Tag zum Seminar ging, verbrachten wir den Abend noch im Zentrum von Cebu. Leider sind hier sehr extrem die vielen überwiegend alten Ausländer aufgefallen, die mit jungen hübschen Philippinerinnen im Arm gelaufen sind, aufgefallen.

In einer mehr als netten Umgebung hatte ich mit den anderen fünfzig Volontären (Samar, Negros und Manila) in dem ein bisschen außerhalb von Cebu liegenden Ressort dann ein straff durchorganisiertes Programm. Das Ressort war dabei mehr als super. Es gab zwei Pools, warme Duschen, WIFI, große Betten mit echten Decken und natürlich Aircon, was die Zimmer auf eisige Temperaturen runterkühlte. Ziel des Seminars war vor allem der gemeinsame Erfahrungsaustausch untereinander. Man gab uns zum Beispiel Fragen über Kulturschock, allgemeine Probleme etc. Auch wollte man uns eine Plattform zu Diskussionen in den einzelnen Ressorts (IT, Umwelt, Kinder etc.) geben. Leider wurde mein Themengebiet IT von Samar abgedeckt, so dass man mit den gleichen Leuten über die Probleme innerhalb des Projektes gesprochen hat wie man es sonst auch in der Freizeit tut. Neben der Aufbereitung der vergangenen Monate bekamen wir auch die Möglichkeit einen Einblick innerhalb der Arbeit meiner Partnerorganisation zu bekommen. Wir konnten eins von zwei Projekten besuchen (Showroom einer Firma, dessen Berufskammer beim Marketing unterstützt wird, oder ein Kinderheim) und durften einer rhetorisch gut gelungenen Präsentation über neuartiges zur Evaluierung von Hilfsprojekten genutztem Blueprint in der Entwicklungshilfe zuhören. Die frühen Abende wurden jeweils von den einzelnen Gruppen (Samar, Negros und Manila) organisiert. Dennoch setzten wir uns danach noch weiter bei kühlen Getränken zusammen und redeten über das schon bisher Erlebte.

Der Rest des Dezembers war mit Weihnachtsfeiern, einer Hochzeitstagsfeier und einer Todestagsfeier verplant, zu denen ich eingeladen wurde. Meistens laufen sie immer nach dem gleichen Prinzip ab. Auf dem Plaza bzw. Basketballplatz des Dorfes wird eine große Plane aufgespannt, drumherum werden Tische und Stühle aufgestellt und in der Nähe eine Soundanlage platziert. Man isst erst zusammen, dann bekommt man Wodka und Bier auf den Tisch gestellt und tanzt schließlich wird ChaCha oder auch Aminodo bis zum nächsten Morgen.

Ich war auch zu einer Weihnachtsfeier einer Grundschulklasse von Quinapondan eingeladen:

Der aufmerksame Leser wird sich natürlich nun langsam fragen, was das Bisherige eigentlich mit der Überschrift des Blogbeitrages zu tun hat. Gar nichts. Zu diesem Teil komme ich jetzt. Am 20. Dezember, einem Montag, war mein Geburtstag. Eigentlich wollte ich wegen des auf einen Arbeitstag fallenden Geburtstags im Januar nachfeiern, wenn die anderen übrigen Volontäre auch Zeit haben, letztendlich entschied ich mich dann doch spontan auch an diesem einem Montag mit meinen Freunden hier in Quinapondan zu feiern. Musik, paar kalte Getränke und Essen waren schnell besorgt. Zusätzlich hatte ich mir schon während der vergangenen Monaten überlegt zum Geburtstag ein ganzes Schwein zu kaufen. Natürlich zum Essen. Man nennt es hier „Lechon“ und reicht es speziellen Anlässen. Das beste ist hier die knusprige Außenhaut. Der Transport nach Quinapondan war gar nicht mal so schwierig. Ein Tag vor meinem Geburtstag bestellte ich das Schwein in einem auf Lechon spezialisierten Shop in Tacloban. Ich entschied mich dabei für die kleinste angebotene Größe, die umgerechnet gerade mal 54 Euro kostete. Am nächsten Tag erkaufte ich mir die Unterstützung eines Tricyclefahrers beim Tragen, der mich und das fest verpackte Schwein zu einem Van-Terminal brachte. Ich buchte für mich und das Schwein jeweils einen Sitz im Auto und konnte dann teilweise auf dem Schwein sitzend Richtung Quinapondan fahren. Erst dachte ich, dass es vielleicht ein bisschen unorthodox wäre. Aber jegliche Zweifel verflogen, als ich noch am terminal auf die Abfahrt wartend beobachtete, wie ein Philippino mit einem erheblich größeren Lechon ohne Zögern in einen anderen Van einstieg. Zuhause half eine Freundin dann beim weitern Kochen. Es gab mein Lieblingsessen Lunpia Shanghai, Pancit, Reis, Fleisch und eben das Lechon. Am Abend begann dann schließlich mein Geburtstag.



Wie ich schon im letzten Blogeintrag geschrieben habe, verbrachte ich mit dem Großteil der anderen Volontäre auf einer kleinen Insel in der Nähre von Biliran Island: Higatangan Island, die mit einer Fähre von Naval erreichbar ist. Auf der Insel ist neben dem Beach Ressort nur noch ein kleines aber hübsches Dorf. Letztendlich kam jedoch keine Weihnachtsstimmung auf. An Heiligabend wurden wir von den Besitzern zu einem leckeren Essen inklusive Lechon eingeladen. Nebenbei lief natürlich die Lieblingsmusik von Justin Bieber und Lady Gaga. Ausnahmsweise war der Strom länger angeschaltet gewesen, da dieser sonst wie üblich noch vor Mitternacht abgeschaltet wird. Natürlich wäre es auch im anderen Fall kein Problem gewesen. Am 1. Weihnachtsfeiertag waren wir zu einer Feier der Inselbewohner eingeladen worden. Auf dem Basketballplatz gab neben einer Predigt einer der lokalen Sprache Cebuano, bei der man auch Happy Birthday für Jesus Christis gesungen hat, einen Gesangswettbewerb der Bewohner. Übermüdet ging es am nächsten Tag zurück nach Quinapondan.

Was nehme ich mir für das nächste Jahr vor? Für das nächste Jahr nehme ich mir auf jeden Fall vor, mir mehr von den Philippinen anzuschauen und mehr Fotos zu schießen, die auch ihren Weg auf den Blog finden.

Viele Grüße von den momentan leider total verregneten Philippinen

Pascal

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