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Mabuhay. Schon wieder ist eine Woche auf den Philippinen, weit entfernt von Deutschland, vorbei. Wie auch die letzten Wochen, versuche ich wieder meine letzte Woche zu beschreiben.

Auch wenn die Regenzeit erst ab November offiziell anfangen soll, regnet es hier, so habe ich zumindest den Eindruck die letzten Tage gehabt, immer öfters, stärker und länger und machen es mir damit unmöglich auch nur einen Schritt vor die eigene Haustür zu treten. Die Wolkenbrüche sind kaum mit denen in Deutschland zu vergleichen. Zum Beispiel konnte ich in der Mitte der Woche beobachten, wie sich nach dem letzten heftigen Regenfall so das kleine Rinnsal vor meinem Haus, von welchem ich bisher sogar gar nichts wusste, zu einem ansehnlichen Fluss entwickelte. An dieser Stelle hoffe ich, dass der Fluss nicht in der Regenzeit mein Haus erreichen wird. Vorgekommen soll das aber glücklicherweise noch nicht in den letzten drei Jahren. Eigentlich wollte ich auch heute am Tage der Veröffentlichung dieses Beitrages an der Fiesta teilnehmen. Von morgens bis nachmittags gibt es in Guiuan Paraden und Darstellungen, abends soll getanzt werden. Ich kam heute früh in strömenden Regen an. So habe ich mich dazu entschlossen darauf zu verzichten und gleich in die Tanghay Lodge zu fahren, obwohl sich die Menschen trotz des strömenden Regen wirklich bemühten, die Fiesta zu einem Erfolg zu machen.

Damit ist aber auch klar, dass ich auch in der vergangenen Wochen nicht so viel unternehmen konnte. Nichtsdestotrotz traute ich mich am Dienstag aus dem Haus und war mit einigen anderen Volontären Gast bei dem 102ten Balangiga Encounter Day. Ich erreichte mit meinem guten Freund Balangiga ein bisschen zu früh und hatte so die Möglichkeit ein bisschen über den zentralen Platz und durch die kleineren Straßen zu laufen. Inzwischen bin ich zwar schon gewohnt, ständig angestarrt und mit „Hey Joe“ oder „Hey, what is your name“ angesprochen zu werden, aber trotzdem wurde das alles an diesem Tag noch mal übertroffen. Bis zu diesem Tag weiß ich nicht, wie viele Bilder nun von mir gemacht worden sind und mit wie vielen Menschen ich gemeinsam auf einem Foto posiert habe. Hunderte Menschen beobachteten ein. Zufällig traf ich dann die Volontäre von Salcedo. Mit der Hilfe von meinem Freund und unserem Gast-Status kamen wir unter die überdachte Halle, die den besten Blick auf die Bühne und das Geschehen bot. Nicht zufällig kamen zwei Volontäre aus Borongan an, die auch bei mir später übernachten haben, weil kein Bus mehr zurück fuhr. Der Beginn der Darstellung verschob sich immer wieder, da man auf Spezialguests warten musste. Wie Spezial sie aber waren, ahnte ich bis zur Ankunft nicht. Als die Ankunft von Lucy Marie Torres-Gomez und Ben P. Evardone angekündigt wurde, sprangen die Menschen auf Stühle und kreischten wie verrückt um die Wette. Sie waren, so erklärte man mir, berühmte Schauspieler bzw. Moderaten, die auch innerhalb der Politik tätig sind. Eine andere Moderatorin grüßte dann endlich die anwesenden Politiker einzeln und erwähnte in ihrer Begrüßung auch uns, welche wohl die einzigen Ausländer auf dem Fest waren. Nun schauten sie sich wie ich auch, die Darstellung der auftretenden Schauspieler an. Natürlich ging es um den Diebstahl der vor 102 Jahren geklauten Kirchglocken, die bis heute(!) von den Amerikanern nicht zurückgegeben worden sind. Die beiden populären Politiker versprachen, sich für die Rückgabe der Glocken im Kongress verstärkt einzusetzen und teilten eine schon ausgearbeitete Resolution aus. Insgesamt saß ich mit den anderen Volontären hier vier Stunden, weil mehrmals auch die anderen anwesenden Politiker vor anwesendem Fernsehteam geehrt worden sind. Ich habe den Eindruck, dass die Politik nicht so sehr von Ideen und Parteien bestimmt wird, sondern einzig von Personen.

Das große Denkmal in Balangiga

Das Denkmal in Gedenken an den Balangiga Encounter Day ist echt gewaltig. Es wird der Angriff der Philippinen auf die Amerikaner dargestellt.

Menschen warten

In Balangiga war echt etwas los und ich war mitten drin.

Auf die genannten Personen mussten wir zwei Stunden warten

Auf den Plakaten wurden die Ehrengäste gegrüßt. Der Anfang des Stückes verzögerte sich wegen der Verspätung um fast zwei Stunden.

Amerikaner

Diese Philippinen stellten die Amerikaner dar. Man machte sich hier wirklich große Mühe mit Kulissen und Verkleidungen. Die Gesichter wurden nebenbei angemerkt gepudert.

Ich hatte eigentlich einen guten Platz erwischt. Im Gegensatz zu vielen anderen konnte ich geschützt vom Regen unter einer Unterdachung sitzen.

Auf dem Bild sind die anwesenden Ehrengäste und Politiker zu sehen. Ganz rechts auf dem Bild, lacht übrigens der Bürgermeister von Quinapondan Mister Campo.

Meine Gefühle bezüglich meiner Aufgaben sind im Moment zwiegespalten. Im Augenblick gibt es nicht viel zu tun. Ich sitze seit anderthalb an der Homepage der Gemeinde Quinapondan, habe aber keine Idee, sie zu vollenden. Manchmal kommen zwar Kollegen mit Problemen an ihrem PC auf mich zu, diese sind jedoch nicht sehr herausfordernd. Mal klemmte die Enter-Taste und erzeugte versehendlich viele leere Seiten in Word und mal leistete ich Aufklärungsarbeit, dass über die Maus kein Computervirus übertragen werden kann. Am Server kann ich zudem auch nicht weiterarbeiten, da das Netzteil kaputt ist und ein neues erst noch angeschafft werden muss. Die Einrichtung verschiedener Serverfunktionen muss also ebenso warten.

Auf der anderen Seite bin ich auch wiederum motiviert. Man merkt, dass es hier langsam aber sicher vorangeht. Ich war am Montag für die Dokumentation des Vortrages „Water Supply“ zuständig. Demnächst sollen hier nämlich die ersten Häuser die Möglichkeit bekommen, sich gegen eine Gebühr an das neu eingerichtetes Wassernetzwerk anschließen zu lassen, das sich aus einer nahegelegenen Quelle speist. Damit müsste man auf Regenwasser nur noch in den nötigsten Fällen zurückgreifen. Von meinen Kollegen wurde nun schon mehrmals zugetragen, wie sehr sie sich eine Internetverbindung für die Gemeinde wünschen: sei es wegen digitalem Datenaustausch zwischen den einzelnen Gemeinden und Behörden oder wegen der zukünftigen Administration der Homepage. Das ist verständlich. Mit einer Internetleitung würden auch weitere Arbeiten wie die allgemeine Einrichtung, Bereitstellung innerhalb des ganzen Netzwerkes und eventuell der Aufbau eines Internetcafes, um die laufenden Kosten wieder einzuspielen, für mich entstehen. In den nächsten Tagen und Wochen werde ich mich also damit beschäftigen eine Satellitenverbindung in Quinapondan aufzubauen und einzurichten. Dazu werde ich auch nächste Woche nach Maydulong fahren, wo bis Ende der Woche noch ein Volontär der letzten Gruppe wohnt. Ich hoffe, von ihm noch weitere Informationen und Hilfestellungen bezüglich der Verbindung zu bekommen, bevor er die Philippinen endgültig verlässt.

Viele Grüße von den momentan verregneten Philippinen

Pascal

1 Kommentar auf “Balangiga Encounter Day”

  1. Christian sagt:

    Ich bin gespannt, wie sehr sich dein Aufgabengebiet noch erweitern wird, sobald – oder falls? – die Internetverbindung per Satellit organisiert und installiert ist. Viel Spaß dabei!

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