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Ekliger Moment und mehr

Da ich mehr schreiben soll, hier zunächst mal eine Beschreibung einer kleinen Odyssee, die ich persönlich so eklig fand, das ich sie hier gar nicht erst veröffentlichen wollte. Wahrscheinlich total unpassend und uninteressant. Warum bin ich eigentlich auf den Philippinen? Aber zumindest mache ich Erfahrungen bezüglich meiner ersten eigenen Wohnung.

Seit zwei Tagen hielt sich ein erst kaum merkbarer aber zunehmend grausamer werdender Geruch im Haus. Die Ausrede, es komme von einem anderen Haus, galt nach einem Tag leider auch nicht mehr. Am Anfang des zweiten Tag war es dann nicht mehr ertragbar und ich beschloss endlich(!) den Mief aus meinem Haus zu bekommen. Als erstes versuchte ich den Ursprung des Geruches weiter einzugrenzen und genauer zu lokalisieren. Nach kurzer Zeit war der Ursprungsort auch schon gefunden. Der Türbogen nach Eingang und Treppen verströmte den penetranten Geruch im ganzen Haus. Der Bogen war dabei ein einfaches Holzkonstrukt, das mit dünnen Spanplatten verdeckt Innen hohl war. Ich stand also an dem besagten Samstagvormittag auf einer Leiter, nur mit einem Meisel und einem Hammer bewaffnet und machte mich daran die Spanplatte von seiner Befestigung zu befreien. Der Gestank wurde immer scheußlicher. Alle Fenster standen offen. Kleine Zuschauer standen schon um das Haus herum. Was macht der Hellheutige nur da? Ich klopfe und hämmere langsam an der Verkleidung rum. Und siehe da. Die ersten Nägel lösen sich mit Widerwillen. Getrocknetes Gras und Erde rieseln mir entgegen. Der Geruch wird zu allem Übel noch schlimmer. Ich kratze langsam also den ganzen Mist mit der einen Hand aus dem Hohlraum und fange mit der anderen es in einer Plastiktüte auf. Die Nägel sind inzwischen soweit lose, dass ich die Spanplatte mehr hochheben kann. Ein Teil einer ehmalig vermutlichen Kette landet in meiner Tüte. Es klemmt etwas und ich ziehe und drücke wie verrückt. Zu spät merke ich, dass etwas langes, dunkles mir entgegenpendelt. Es macht pflatsch… Vor meinen Füßen liegt eine halb verweste Ratte. Damit gesellte sich zu zwei toten Mäusen und einer ungeheuer großen Kröte in den letzten zwei Monaten nun auch noch eine Ratte, die unbedingt in meinem Haus ihre letzten Momente verbringen wollten bevor sie ihren letzten Atemhauch ausgehaucht haben. Wenigstens ist jetzt der brutale Gestank weg :-)

Was gibt es noch zu berichten?

Von der einen Katastrophe zur nächsten? Die Regenzeit hält immer noch an, wobei die Sonne sich aber immer häufiger zeigt und einem zum Schwitzen bringt. Ich habe Fotos von einer zweiten „kleineren“ Überflutung während der letzten Woche von meinem Counterpart, mit dem ich die Stelle während der Arbeit besucht habe, bekommen, die ich natürlich euch nicht vorenthalten will. Wohl angemerkt sei hier, dass das Geschehen nur drei Gehminuten im benachbarten Barangay passiert ist.




Die Website ist nun auch offiziell abgesegnet worden. Bevor dem offiziellen Beginn der LGU-Party am letzten Freitag durfte ich vor der komplett versammelter Mannschaft mehr als eine halbe Stunde lang meine Arbeit präsentieren. Die Mitarbeiter machten sogar noch einige Vorschläge, die zusammen mit Aktualisierungen von Daten in den nächsten Wochen in Angriff genommen und umgesetzt werden. Ziel ist es, in drei Wochen die Seite auf einen Webserver laden zu können. Mal schauen, ob das klappt! Der Switch, ein Teil der zweiten Aufgabe während meines Jahres in Quinapondan, ist jetzt bei der Reparatur in Tacloben und kann hoffentlich bald zum Einsatz kommen, so dass das Netzwerk samt Server auch in absehbarer Zeit einsatzfähig sein sollte.

Der Verbleib meines bestellten Reiseführers ist immer noch unklar. Wie eigentlich versprochen, hat sich immer noch keiner bei mir per SMS gemeldet. Ich werde heute zum dritten Mal nachfragen, was denn los sei. Mein mitgebrachter Reisführer ist einfach zu dünn, dass ich mich noch weiter in die Weiten der Philippinen trauen will.

Wie immer viele Grüße von den Philippinen

Pascal

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