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Geduld lernen

Hier gibt es nicht viel Neues. Ich war mit anderen Freiwilligen das ganze Wochenende in Tacloban, hab dort eingekauft, war im Kino und habe den neuen Harry Potter Streifen gesehen und habe in einem richtigen italienischen Restaurant gegessen. Das hat mal richtig gut getan: Pizza, Lasagne und Tiramisu.

Eigentlich wollte ich aber heute nur von einer kleinen Geschichte berichten, die mir letzte Woche passiert ist. Ich war gerade auf der Rückfahrt von Tacloban. Mit Glück habe ich gerade noch den letzten Van erwischt. Vollbeladen mit Einkäufen für die nächsten Wochen steige ich verschwitzt ein. Der Van war sehr runtergekommen. Die Innenverkleidung war mit Klebeband getaped und alle Griffe haben im Auto gefehlt. Ich war aber glücklich und wollte nur noch nach Hause. Außerdem hatte ich einen guten Platz. Der Wagen fuhr los und ich begann schon ein bisschen zu dösen. Als wir aus tacloban draußen waren, wache ich plötzlich wieder auf und stellte fest, dass der Van immer langsamer wurde. Letztendlich blieb der Van stehen und auch mehrere Versuche von Seite des Fahrers, den Wagen wieder zum Laufen zu bekommen, schlugen fehl. Er murmelte etwas, stieg aus und nahm den Schlüssel mit. Nach zehn Minuten fragte ich mich dann schon, was denn nun los sei. Ich drehte mich zu meinen Mitfahrern um und fragte auf Englisch, ob sie wissen, was das Problem sei. Keiner konnte mir Antworten. Alle warteten ruhig oder schliefen. Nur mehrere kleine Kinder fingen immer heftiger an zu quengeln. Nun setzt der Titel meines Artikels ein. Geduld, Geduld und Geduld. Ich konnte nichts machen, es war schon beinahe dunkel und draußen regnete es aus vollen Rohren. Nach einer Stunde voller Unwissenheit verlor ich langsam die Geduld und überlegte auf irgendeine Weise in die Stand zurückzufahren. Die Leute hinter mir waren total gelassen und verzerrten ihren Proviant. Die Kinder waren kaum mehr aushaltbar. Auch die zweite Stunde verging ohne weitere Vorkommnisse und ich stand noch immer irgendwo auf dem Weg nach Quinapondan. Nach mehr als zwei Stunden kam dann endlich der Fahrer zurück. Er hatte ein “neues” Fahrzeug organisiert. Mit zwei Stunden Verspätung ging dann endlich die Fahrt weiter nach Hause. Und ich habe eine neue Lektion in Sachen Geduld gelernt!

Viele Grüße

Pascal

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